{"id":303,"date":"2014-04-26T23:59:00","date_gmt":"2014-04-26T21:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/betschner.eu\/wordpress\/?p=303"},"modified":"2015-02-10T17:37:11","modified_gmt":"2015-02-10T15:37:11","slug":"japan-tagebuch-2014-tag-2-das-letzte-stueck-oder-ganz-schoen-holprig-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/betschner.eu\/wordpress\/?p=303","title":{"rendered":"Japan Tagebuch 2014 &#8211; Tag 2 &#8211; &#8222;Das letzte St\u00fcck&#8220; oder &#8222;Ganz sch\u00f6n holprig hier!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Im Shuttlebus:<br \/>\nMittlerweile hat ein neuer Tag begonnen \u2013 zumindest in Dubai. Zu Hause ist es immer noch gestern &#8211; da sag doch mal einer Zeitreisen sei nicht m\u00f6glich.<br \/>\nEs ist erstaunlich, wie viele Menschen in einen Shuttlebus gehen. Die meisten m\u00fcssen stehen. Wir geh\u00f6ren dazu. Die T\u00fcren schlie\u00dfen sich und die (Shuttle-)Reise beginnt.<br \/>\nSchnell werden Statistiken in Erinnerung gerufen: Das Flugzeug gilt als vermeintlich sicheres Verkehrsmittel. Im Gegensatz zum Stra\u00dfenverkehr, genauer gesagt dem Busverkehr. Geschmeidig legen sich die Insassen des Shuttlebusses (das sind wir) an den Haltegriffen zerrend mit in die Kurven. Wir m\u00fcssen die Meinung revidieren: Es sind nicht genug Menschen im Bus, um ein geschmeidiges Hin- und Herdriften zu verhindern &#8211; an dem Fahrer ist definitiv ein Formel-1-Pilot verloren gegangen. Oder vielleicht bleiben jene Formel-1-Piloten, wenn sie eben nicht gerade in Ihrem Formel-1-Rennboliden sitzen als Shuttlebus-Fahrer am Flughafen von Dubai in der \u00dcbung.<br \/>\nDie Transitstrecke steht einem Rennparcour auf jeden Fall in nichts nach.<\/p>\n<p>Zwischenstop Dubai-Airport:<br \/>\nNach ca. 30 Minuten und gef\u00fchlt vier Umrundungen des Flughafengeb\u00e4udes erreichen wir dann auch endlich das Terminal.<br \/>\nZu unserer Entt\u00e4uschung bekommen wir keine Stempel in unsere Reisep\u00e4sse. Wer soll uns denn nun glauben, dass wir in Dubai waren?<br \/>\nDer Flughafen selbst hat dann wieder fr\u00fchsommerliche 18\u00b0C. Nach der Busreise empfinden wir dies allerdings als warm.<br \/>\nJetzt m\u00fcssen die Leser stark sein &#8230; denn nach nunmehr \u00fcber 6 Stunden Flug machen sich einige k\u00f6rperliche Notd\u00fcrfte bemerkbar und so werden die stillen \u00d6rtchen aufgesucht.<br \/>\nHier erwartet uns die erste \u00dcberraschung: Mit sehr warmem Wasser gef\u00fcllte Toiletten und ein Duschkopf zum Absp\u00fclen daneben. Exotisch und irgendwie befremdlich. Leider h\u00e4ngt keine Bedienungsanleitung daneben &#8211; aber alleine der Gedanke an hochspritzendes Wasser &#8230; egal &#8230;<br \/>\nWeiter geht es ins Herz des Flughafens. Hier ist alles sehr modern und \u00e4u\u00dferst belebt. Viele L\u00e4den, in denen wir einkaufen k\u00f6nnten. Aber eigentlich interessiert uns zun\u00e4chst nur eine besondere Art von Laden. Und da ist er auch \u2013 auf amerikanisches Fast Food ist doch \u00fcberall auf der Welt verlass. Zum Gl\u00fcck haben wir noch etwas Bargeld dabei. Zwar haben wir hier einen schlechten Wechselkurs, jedoch siegt der Hunger \u00fcber den Geiz.<br \/>\nNach dem Hunger ist entspannen angesagt. Denn ob wir es wollen oder nicht &#8230; bisher haben wir erst den geringeren Teil unserer Reise hinter uns gebracht. 1 1\/2 Stunden Wartezeit und weitere 9 Stunden Flug liegen noch vor uns.<\/p>\n<p>Wieder im Flugzeug:<br \/>\nDie Wartezeit vergeht schneller als gedacht. Ans Schlafen war nicht zu denken &#8211; viel zu aufgeregt, viel zu unbequem und auch viel zu laut. Trotz Angst vor einem Absturz sind wir letzten Endens aber froh, wieder Flugzeug zu sitzen. Dieses hebt auch planm\u00e4\u00dfig um 2:50 in Dubai ab.<br \/>\nUnd zum ersten Mal merken wir, dass wir uns au\u00dferhalb der EU befinden: Vor der Einreise nach Japan hei\u00dft es Hausaufgaben machen: Eine Personalabfrage, die Erhebung unserer Besitzt\u00fcmer und unsere Absichten in Japan. Und das auf den viel zu kleinen Tischen im Flugzeug.<br \/>\nDie heftigen Turbulenzen sind nicht gerade f\u00f6rderlich, sich auf das Schreiben zu konzentrieren, daher wird es auf den letzten Dr\u00fccker verschoben.<\/p>\n<p>Mittag am Morgen:<br \/>\nBrav stellen wir unsere Unhr weitere 5 Stunden vor. Mittlerweile haben wir also 10 Uhr im Flugzeug. Ein perfekter zeitpunkt f\u00fcr das Mittagessen. Wir haben aufgegeben uns zu erkl\u00e4ren, warum es &#8222;jetzt&#8220; Fr\u00fchst\u00fcck, Mittag- oder Abendessen gibt. Weder im Abreise, noch im Transit, noch im Zielland w\u00e4re &#8222;jetzt&#8220; gerade die korekte Zeit. Wichtig ist ja auch eigentlich nur, dass es schmeckt. Schlie\u00dflich kann Patrick immer essen. Es gibt f\u00fcr Patrick H\u00fchnchen mit Ei, f\u00fcr Manu leider nur Hunger (das Dilemma mit dem vegetarischen Gericht)<br \/>\nUm 14 Uhr kommt dann auch das Fr\u00fchst\u00fcck &#8211; nat\u00fcrlich schon einmal &#8222;typisch&#8220; Japanisch \ud83d\ude42 Fisch an Reis. Und p\u00fcnktlich zum Fr\u00fchst\u00fcck erreichen wir Japan.<\/p>\n<p>Erlebnisfr\u00fchst\u00fcck mal anders:<br \/>\nLeider gestaltet sich der \u00dcbergang von Meer zu Festland in der Luft mindestens genau so holprig wie beispielsweise ein Ritt bei Wellengang auf einem Boot.<br \/>\nKurzerhand wird das Essen zum Erlebnis. Im Endeffekt m\u00fcssen wir es zumindest solange einstellen, bis die Vomex wirken. Und um ehrlich zu sein ist uns gerade \u00fcberhaupt nicht mehr nach essen zumute. Ein Blick auf die Tragfl\u00e4chen l\u00e4sst vermuten, dass das Flugzeug jeden Moment zwei davon weniger hat. Auch die Durchsage, dass ab jetzt keine Hei\u00dfgetr\u00e4nke mehr ausgesch\u00e4nkt werden und sich die Flugbegleiter bitte anschnallen sollen best\u00e4tigt diesen Verdacht. Machen k\u00f6nnen wir nun leider \u00fcberhaupt nichts. Wie leicht man doch in solchen Momenten glauben will &#8211; daran, dass dieses Flugzeug schon hunderte Male solche Situationen erfolgreich \u00fcberstanden hat, daran, dass das Material keine Erm\u00fcdungen zeigt sondern durch die Erfahrungen weise und stark wurde.<br \/>\nWas auch hilft ist, die Fensterl\u00e4den wieder zu schlie\u00dfen: Was man nicht sieht ist auch nicht da!<br \/>\nEndlich, die Vomex wirken. Danke Vomex! Eine Sorge weniger. Gl\u00fccklicherweise legt sich das R\u00fctteln und Sch\u00fctteln nach einer Weile wieder einigerma\u00dfen und wir k\u00f6nnen unser Fr\u00fchst\u00fcck doch noch zu Ende bringen. Hei\u00dfgetr\u00e4nke gibts trotzdem nicht.<br \/>\nSchnell f\u00fcllen wir im Anschlu\u00df noch unsere Frageb\u00f6gen aus. Und dann ist es auch schon fast soweit.<\/p>\n<p>Endlich wieder Boden unter den F\u00fc\u00dfen:<br \/>\nDie Landung in Narita um 17:35 Uhr erfolg sehr sanft und ruhig. Auch die Temperaturen sind gem\u00e4\u00df Monitor sehr moderat: 20\u00b0C Au\u00dfentemperatur. Im Terminal selbst hingegen ist es mit gef\u00fchlt 35\u00b0C etwas dr\u00fcckender. Aber die Abfertigung sollte ja nun relativ z\u00fcgig gehen. Drau\u00dfen wird es indes schon Dunkel (wohlgemerkt, wir haben Sommerzeit \ud83d\ude41 ). Der Flughafen ist sehr ruhig und gro\u00dfz\u00fcgig. Entweder sind wir die einzigen, die gerade gelandet sind, oder wir sind zu einer untypischen Uhrzeit gelandet. Es ist kaum ein Mensch zu sehen.<br \/>\nWir reihen uns in einer Schlange ein und \u00fcbergeben dem erst besten Flughafenangestellten unsere Personalabfragen. Es folgt ein Irisscan und die Abnahme der Fingerabdr\u00fccke.<br \/>\nEntgegen unserer Reisef\u00fchrer-Warnungen beherrschen die Herren und Damen des Flughafenpersonals gute Englischkenntnisse. Auch das Interesse der Zollbeamten an den Touris ist gro\u00df und wir werden nett und respektvoll in Empfang genommen. Zu unserer Erleichterung gibt es keine Beanstandung der &#8222;gro\u00dfz\u00fcgigen&#8220; Reiseapotheke &#8211; man wei\u00df ja nie, welche Wehwehchen man sich so fern der heimat zuzieht &#8230; und man will ja gewappnet sein.<br \/>\nUnser Gep\u00e4ck ist schnell wiedergefunden. Und uns d\u00fcnkt nicht gutes, als wir die guten St\u00fccke wiedersehen. Nachdem sie vom Wickelplastik berfreit sind setzen wir sie auf und stellen fest, dass Tracking-Rucks\u00e4cke vielleicht doch nicht die optimalste L\u00f6sung zu sein scheinen. 15 Kilo k\u00f6nnen wirklich sehr schwer sein!<\/p>\n<p>Das Abenteuer beginnt:<br \/>\nJetzt geht&#8217;s erst richtig los&#8230;wo finden wir unser Internet, wie gehts zum Hotel und kann dort wirklich niemand mehr Englisch (wir haben definitiv zu viel gelesen!)? Mit anderen Worten &#8211; n\u00e4\u00f6chstes Ziel:  L\u00f6sung aller zu erwartenden Probleme.<br \/>\nDie Poststelle in der hinteren linken Ecke im Terminal 2 ist dank des Ausdrucks und der dreundlichen Dame am Infopoint schnell gefunden. Und aus dem Offline leuchtete uns ein Signalbalken den Weg: Es werde mobiles internet! Mit R\u00fccksendeumschlag.<br \/>\nJetzt kann kaum noh was schie\u00df gehen. Einen Moment lang kommen uns wieder die armen Seelen in Erinnerung, die noch vor gut zehn Jahren auf archaische Werkzeuge wie Stra\u00dfenkarten, Langenscheidt-W\u00f6rterb\u00fccher und Telefonzellen zur\u00fcckgreifen mussten.<br \/>\nDer Schuttletransport ins Hotel ist nicht gezeichnet von Schikanen und Busfahren im Geschwindigkeitsrausch. Sicher und problemlos kommen wir in unserem 4-Sterne Hotel an. Ein wirklich sch\u00f6nes Hotel in Flughafenn\u00e4he. Die Gartenanlage k\u00f6nnen wir zwar aus dem Fahrstuhl begutachten, uns der Ruf des Betts ist jedoch zu laut.<br \/>\nUnd endlich, nach so vielen Stunden Anreise, werden wir mit der ersten wirklich typisch japanischen Sache \u00fcberrascht &#8211; wir entdecken den &#8222;japanischer Thron&#8220;.<br \/>\nUm es in ein paar Zahlen auszudr\u00fccken:<\/p>\n<p>Deuschland:<br \/>\nMaterial: Porzellan<br \/>\nSpa\u00dffaktor: 0 % (wenn nicht gerade ein Fernseher im \u00d6rtchen h\u00e4ngt)<\/p>\n<p>Japan:<br \/>\nMaterial: Kunststoff<br \/>\nSpa\u00dffaktor 100 % (wenn man sich traut die Kn\u00f6pfe zu dr\u00fccken und auch sitzen bleibt!)<\/p>\n<p>OK, vor dem Schlafen gehen muss noch ein Ger\u00fccht auf Richtigkeit gepr\u00fcft werden: Ist das Japanische Fernsehen wirklich so viel anders als bei uns? Die Antwort &#8211; wen \u00fcberrascht es &#8211; lautet &#8222;Ja&#8220;. Bunt, schrill, laut aber irgendwie haben wir schon jetzt fas Gef\u00fchl, dass es genau so sein mu\u00df. Da wir allerdings nichts verstehen entschlie\u00dfen wir uns, dass wir uns aufs Ohr hauen, da uns der Flug schon arg den Knochen steckt. Und immerhin ist es schon 21 Uhr abends, h\u00f6chste Zeit einzuschlafen.<br \/>\nTats\u00e4chlich rebelliert unser Verstand nicht gegen den Zeitversatz (schlie\u00dflich ist zu Hause erst 14 Uhr). Das Umstellen der Armbanduhr und die unnat\u00fcrlichen Schlafrythmen unterwegs in Kombination mit der Schl\u00e4frigkeit der Vomex scheinen uns in die H\u00e4nde zu spielen.<br \/>\nMet anderen Worten: Jetlag &#8211; was ist das?<br \/>\n<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Shuttlebus: Mittlerweile hat ein neuer Tag begonnen \u2013 zumindest in Dubai. Zu Hause ist es immer noch gestern &#8211; da sag doch mal einer Zeitreisen sei nicht m\u00f6glich. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in einen Shuttlebus gehen. Die meisten m\u00fcssen stehen. Wir geh\u00f6ren dazu. Die T\u00fcren schlie\u00dfen sich und die (Shuttle-)Reise beginnt. Schnell werden Statistiken in Erinnerung gerufen: Das Flugzeug gilt als vermeintlich sicheres Verkehrsmittel. Im Gegensatz zum Stra\u00dfenverkehr, genauer gesagt dem Busverkehr. Geschmeidig legen sich die Insassen des Shuttlebusses (das sind wir) an den Haltegriffen zerrend mit in die Kurven. Wir m\u00fcssen die Meinung revidieren: Es sind nicht genug Menschen im Bus, um ein geschmeidiges Hin- und Herdriften zu verhindern &#8211; an dem Fahrer ist definitiv ein Formel-1-Pilot verloren gegangen. Oder vielleicht bleiben jene Formel-1-Piloten, wenn sie eben nicht gerade in Ihrem Formel-1-Rennboliden sitzen als Shuttlebus-Fahrer am Flughafen von Dubai in der \u00dcbung. 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